Meerrettich
Meerrettich im Beet kontrolliert anbauen
Für eine gleichmäßige Ernte wird der Boden tief gelockert und während der Hauptwachstumszeit gleichmäßig feucht gehalten. Entfernen Sie konkurrierendes Unkraut frühzeitig und häufeln Sie die Pflanze nicht unnötig an. Seitenwurzeln werden vorsichtig entfernt, damit die Hauptwurzel gerade und kräftig bleibt. Im Herbst kann das abgestorbene Laub abgeschnitten werden, bevor die Wurzel ausgegraben wird.
Im Kübel ist ein tiefes Gefäß mit lockerer, nährstoffreicher Erde nötig. Kontrollieren Sie dort regelmäßig die Feuchtigkeit und düngen Sie zurückhaltend organisch. Weil Meerrettich stark wächst, ist eine Kultur im begrenzten Gefäß besonders praktisch für kleine Gärten. Die Wurzel wird vor der Verarbeitung gewaschen, geschält und frisch gerieben. Der scharfe Geschmack nimmt nach dem Reiben rasch ab, weshalb Zitronensaft oder Essig die Zubereitung abrunden.

Der Meerrettich Armoracia rusticana wird in Mitteleuropa bereits seit dem frühen Mittelalter angebaut. Ursprünglich stammt er aus Südosteuropa und Asien. Der gehört zu den Kohlgewächsen und kann als mehrjähriges Kraut mehr als 1m(maximal 2m) in die Höhe wachsen. Aber auch die riesigen Blätter sind schon recht beeindruckend. Meerrettich ist extrem winterhart und verträgt auch sehr tiefe Temperaturen. Die dicke Pfahlwurzel, die bis zu 60cm in die Tiefe wächst, ist das eigentliche Überdauerungsorgan des Meerrettichs. Am Wurzelende ist sie ästig verzweigt, zur Erdoberfläche hin vielköpfig. Damit die eigentlich Pfahlwurzel kräftig wird, muss man die Seitenwurzeln vorsichtig abstechen und entfernen. Die Pfahlwurzel hat auf der Außenseite unregelmäßig Rillen und eine bräunlich gelbe Färbung, während das Wurzelinnere weiß ist. Die grundständigen Blätter sind rund um den Stängel verteilt und deutlich in einen langen Stiel die Blattspreite geteilt. Die Grundblätter können im Gegensatz zu den oberen Stängelblätter bis zu 60cm lang werden.Der Rand der Grundblätter und der unteren Stängelblätter ist deutlich eingekerbt und gewellt. Die oberen Stängelblätter sind dagegen glatt. Auf den Blattflächen tritt die Aderung deutlich hervor. Der Meerrettich blüht in unseren Breiten zwischen Mai und Juli. Die weißlichen Blüten stehen in einem traubigen Blütenstand, der eine Breite von 40cm einnehmen kann. Die Blüten verbreiten einen intensiven Duft. Die Früchte bilden rund 5mm lange Schoten. In den Fächern der Schote liegen jeweils 4 oder 6 Samen. Aber nicht jede Frucht bildet Samen aus. Der Meerrettich hat sich von den Anbauflächen auch verwildert. Man findet ihn vor allem entlang von Fließgewässern oder am Rande von Feuchtgebieten und Feuchtwiesen. Der Meerrettich gedeiht am besten in einem tiefgründigen, nährstoffreichen und etwas feuchten Boden. Einen zu heißen Standort verträgt er nicht; man sollte ihn daher am besten im Halbschatten oder Schatten anpflanzen. Dazu steckt man im Frühjahr etwa bleistiftdicke, 20 bis 30cm lange Wurzelstücke soweit in den Boden, dass die Spitze noch etwas 15 bis 20cm tief unter der Erdoberfläche liegt. Man kann die Wurzelstücke aber auch waagerecht in etwa 5cm Tiefe in den Boden eingraben. Er bildet rasch Wurzelausläufer, und man muss aufpassen, dass er sich nicht über den ganzen Garten ausbreitet. Daher sollte man ihm – ähnlich wie beim Bambus – mit einer Wurzelsperre Grenzen setzen. Kenner pflanzen stattdessen ihn zusammen mit etwas Kompost und lehmiger Erde in eines der im Baustoffhandel erhältlichen,etwa 30cm langen rotbraunen Erdrohre aus Kunststoff. Dann kann er nicht „ausbüchsen“ und die Pflanze bildet eine saubere und lange Wurzel, ohne sich allzu sehr zu verzweigen. Auch die Ernte der Wurzel ist dann später recht einfach. Meerrettich muss regelmäßig organisch gedüngt werden. Die Blüten sollten entfernt werden, um das Wurzel- und Blattwachstum zu stärken. Geerntet wird, sobald das Herbstlaub abstirbt. Dann gräbt man die Wurzel aus und lagert sie bis zur Weiterverarbeitung in feuchtem Sand. Nur die starke Hauptwurzel wird verwendet. Man nutzt sie frisch gerieben oder getrocknet. Die Meerrettichwurzel schmeckt sehr scharf, sie wird gerieben und mit etwas Zitronensaft oder Essig und Zucker versetzt. Man sie auch in Öl und Essig eingelegt. Oder zusammen mit einem geriebenen Apfel und Sahne eine pikante Soße daraus herstellen. Meerrettich passt besonders gut zu kaltem Fleisch oder Räucherfisch. Das würzig-scharfe Aroma entsteht durch ätherische Öle in Kombination mit Senfölglykosiden. Diese Inhaltsstoffe wirken antiseptisch und regen den Stoffwechsel. Meerrettich zeichnet sich auch durch einen hohen Vitamin-C-Gehalt aus. Aus der fein geriebenen Wurzel gemischt mit Honig lässt sich ein bekömmlicher Tee bereiten, der bei chronischem Husten und Nierenerkrankungen helfen kann.
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Häufige Fragen zum Meerrettich
Wann pflanzt man Meerrettich?
Meerrettich wird meist im Frühjahr aus bleistiftdicken Wurzelstücken gepflanzt. Die Stücke werden schräg oder waagerecht in lockere Erde gelegt und anschließend gleichmäßig feucht gehalten. Ein sonniger bis halbschattiger Platz mit tiefgründigem Boden unterstützt die Bildung kräftiger Wurzeln.
Wie verhindert man die Ausbreitung von Meerrettich?
Eine Wurzelsperre oder ein ausreichend tiefes Pflanzgefäß begrenzt die Ausbreitung zuverlässig. Entfernen Sie außerdem Wurzelreste vollständig, wenn die Pflanze umgesetzt wird. Schon kleine Stücke können wieder austreiben und neue Bestände bilden.
Wann wird Meerrettich geerntet?
Meerrettich wird im Herbst geerntet, wenn das Laub abstirbt. Dann wird die kräftige Hauptwurzel ausgegraben und von Seitenwurzeln befreit. Bis zur Verarbeitung lässt sie sich in feuchtem Sand kühl lagern.
Welchen Standort braucht Meerrettich?
Meerrettich wächst am besten in tiefgründigem, nährstoffreichem und etwas feuchtem Boden. Halbschatten ist günstig, weil ein zu heißer und trockener Standort die Pflanze belastet. Staunässe sollte trotzdem vermieden werden.
Ist Meerrettich winterhart?
Ja, Meerrettich ist sehr winterhart und überdauert mit seiner kräftigen Pfahlwurzel auch strenge Fröste. Im Beet ist normalerweise kein besonderer Winterschutz nötig. Im Kübel sollte das Gefäß vor starkem Durchfrieren geschützt werden.
Wie bewahrt man Meerrettich nach der Ernte auf?
Nach der Ernte wird die Hauptwurzel von grober Erde befreit und kühl in feuchtem Sand gelagert. So bleibt sie länger frisch. Für das typische scharfe Aroma wird Meerrettich erst kurz vor der Verwendung gerieben und verarbeitet.



















