Zitronengras pflegen und verwenden: Arten, Standort und Überwinterung

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Zitronengras aus der Gattung Cymbopogon ist ein wärmeliebendes Süßgras mit intensivem Zitronenduft. Im mitteleuropäischen Garten wird vor allem das Westindische Zitronengras (Cymbopogon citratus) als Gewürz- und Kübelpflanze kultiviert. Es braucht Sonne, Wärme, gleichmäßige Feuchtigkeit und einen hellen, frostfreien Winterplatz.

Zitronengras pflegen und verwenden: Arten, Standort und Überwinterung Gräser und Farne Zitronengras pflegen und verwenden: Arten, Standort und Überwinterung Gräser und Farne

Zitronengräser erkennen

Zitronengräser sind mehrjährige, horstbildende Süßgräser aus tropischen und subtropischen Regionen. Ihre langen, schmalen Blätter wachsen aus einem verdickten Blattgrund und verströmen beim Reiben den typischen frischen Duft. Je nach Art bilden sie unterschiedlich kräftige Horste. Das als Kübelpflanze angebotene Cymbopogon citratus bleibt unter unseren Bedingungen deutlich kleiner als in tropischen Anbaugebieten.

Der Zitronenduft beruht vor allem auf ätherischen Ölen. Die Zusammensetzung unterscheidet sich zwischen den Arten und erklärt, warum Zitronengras, Citronella und Palmarosa zwar verwandt sind, aber nicht gleich riechen oder verwendet werden. Für die Küche werden meist die verdickten unteren Stängel des Echten Zitronengrases genutzt.

Wichtige Arten und ihre Verwendung

Westindisches Zitronengras

Cymbopogon citratus wird auch Westindisches oder Guatemaltekisches Zitronengras genannt. Die unteren Stängel sind ein bekanntes Gewürz in südostasiatischen Gerichten, etwa in Suppen, Currys und Marinaden. Die Blätter können frisch oder getrocknet für Tee verwendet werden, wobei frisch geerntetes Material meist aromatischer ist. In Deutschland wird diese Art überwiegend als Topfpflanze angeboten.

Indisches Zitronengras

Cymbopogon flexuosus stammt vom indischen Subkontinent und wird wegen seines ätherischen Öls kultiviert. Es wird ebenfalls als Gewürz- und Teepflanze genutzt. Die Bezeichnungen in Handel und Literatur sind nicht immer einheitlich; prüfen Sie deshalb beim Kauf den botanischen Namen und die konkrete Nutzungsempfehlung.

Citronella und Palmarosa

Cymbopogon nardus und verwandte Citronella-Gräser werden vor allem für Duftstoffe und ätherische Öle angebaut. Palmarosa (Cymbopogon martinii) duftet stärker rosig als zitronig und wird ebenfalls in der Duftstoffgewinnung verwendet. Solche Arten sind nicht automatisch gleich gut als Küchengewürz geeignet. Verwenden Sie nur Pflanzen, die ausdrücklich für diesen Zweck angeboten werden.

Standort im Garten und Kübel

Zitronengras braucht einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz. Eine Hauswand, ein geschützter Innenhof oder ein Südbalkon schafft im Sommer ein günstiges Kleinklima. Der Boden beziehungsweise das Substrat sollte humos, nährstoffreich und durchlässig sein. Die Pflanze darf regelmäßig Feuchtigkeit erhalten, aber nicht im Wasser stehen.

Im Beet wird der Boden vor dem Pflanzen gelockert. Bei schwerer Erde verbessert eingearbeiteter, strukturstabiler Kompost die Bodenstruktur; bei Staunässe ist eine Drainage erforderlich. Im Kübel sollte das Gefäß ein Abzugsloch besitzen. Eine Schicht aus grobem Material allein ersetzt keinen funktionierenden Wasserabzug, wenn das Gefäß dauerhaft im Untersetzerwasser steht.

Zitronengras pflanzen

  1. Wählen Sie einen frostfreien Zeitpunkt und einen sonnigen Standort.
  2. Lockern Sie die Erde oder füllen Sie ein durchlässiges, nährstoffreiches Substrat ein.
  3. Setzen Sie den Wurzelballen auf die bisherige Höhe und drücken Sie die Erde an.
  4. Gießen Sie gründlich, lassen Sie überschüssiges Wasser aber vollständig ablaufen.
  5. Gewöhnen Sie eine im Haus vorgezogene Pflanze langsam an direkte Sonne und Wind.

Im Beet sollte ausreichend Abstand zu Nachbarpflanzen bleiben, weil sich der Horst im Sommer verbreitert. Im Kübel kann Zitronengras mehrere Jahre stehen, wenn das Gefäß groß genug ist und das Substrat gelegentlich erneuert wird. Ein zu kleiner Topf trocknet schnell aus und begrenzt die Entwicklung.

Gießen und Düngen

Während der warmen Wachstumszeit wird gegossen, sobald die obere Substratschicht leicht abgetrocknet ist. Zitronengras verträgt keine längere Austrocknung, reagiert aber ebenso empfindlich auf Staunässe. Gießen Sie bevorzugt am Morgen und nicht ständig in den dichten Blattschopf. Bei großer Hitze kann die Pflanze im Kübel täglich kontrolliert werden.

Als kräftig wachsendes Gras benötigt Zitronengras im Kübel mehr Nährstoffe als eine typische Steingartenpflanze. Eine regelmäßige, maßvolle Düngung während der Wachstumszeit unterstützt die Blattbildung. Reduzieren Sie die Düngung im Spätsommer und stellen Sie sie im Winter ein. Gelbe Blätter können sowohl auf Trockenheit als auch auf nasse Wurzeln oder Nährstoffmangel hinweisen; prüfen Sie deshalb zuerst die Bodenfeuchte.

Ernte und Verwendung

Geerntet werden vor allem die unteren, festen Stängel. Schneiden Sie einzelne Halme sauber heraus, statt den gesamten Horst stark zu verletzen. Für die Küche werden die äußeren Blätter entfernt und der helle, aromatische Teil fein geschnitten oder zum Mitkochen verwendet. Ganze Stängel lassen sich zum Aromatisieren mitkochen und vor dem Servieren wieder herausnehmen.

Die schmalen Blätter eignen sich für Tee, verlieren getrocknet und lange gelagert aber häufig an Duft. Bewahren Sie getrocknetes Material trocken, dunkel und gut verschlossen auf. Für ätherische Öle, Duftprodukte oder Insektenkerzen gelten andere Konzentrationen und Anwendungshinweise als für Küchenkräuter. Eine Duftwirkung gegen Mücken ist nicht mit einem zuverlässigen Schutz vor Stichen gleichzusetzen.

Überwinterung in Deutschland

Zitronengras ist in Deutschland nicht zuverlässig winterhart. Vor den ersten stärkeren Frösten wird die Pflanze ins Haus, in einen hellen Wintergarten oder in ein geeignetes Gewächshaus gestellt. Der Winterplatz sollte hell und frostfrei sein. Je kühler die Pflanze steht, desto sparsamer wird gegossen, weil sie dann weniger Wasser verbraucht.

Kontrollieren Sie die Blätter regelmäßig auf trockene Spitzen und Schädlinge. Schneiden Sie nur abgestorbenes Material ab. Im Frühjahr wird die Pflanze langsam wieder an mehr Licht, Wärme und Wassergaben gewöhnt. Ein direkter Wechsel von dunklem Winterplatz in pralle Sonne kann Blattverbrennungen verursachen.

Vermehrung und Rückschnitt

Die Vermehrung gelingt am einfachsten durch Teilung kräftiger Horste oder durch bewurzelte Stängel, sofern die Pflanze solche Triebe bildet. Teilen Sie im Frühjahr, wenn der Neuaustrieb beginnt, und setzen Sie die Teilstücke sofort in frisches Substrat. Halten Sie die Erde leicht feucht und stellen Sie die Jungpflanzen warm und hell auf.

Ein regelmäßiger Formschnitt ist nicht zwingend nötig. Trockene oder beschädigte Blätter werden mit einer sauberen Schere entfernt. Schneiden Sie nicht unnötig tief in den verdickten Blattgrund. Nach der Überwinterung kann ein leichter Rückschnitt den Neuaustrieb ordnen, sofern ausreichend gesunde Pflanzenteile vorhanden sind.

Krankheiten, Schädlinge und typische Fehler

Bei guter Kultur ist Zitronengras robust. Häufige Probleme entstehen durch zu wenig Licht, kalte Nässe oder starke Trockenheit. Spinnmilben können in trockener Heizungsluft auftreten; kontrollieren Sie die Blattunterseiten und erhöhen Sie die Luftfeuchte vorsichtig, ohne den Horst dauerhaft nass zu halten. Staunässe führt zu Wurzelproblemen und sollte durch ein passendes Gefäß und angepasstes Gießen vermieden werden.

  • Im Winter nicht wie im Hochsommer weitergießen.
  • Kein Gefäß ohne Abzugsloch verwenden.
  • Die Pflanze nicht zu früh ins Freie stellen.
  • Blätter nicht bei starker Mittagssonne nach einem Standortwechsel nass machen.
  • Küchen- und Duftsorten nicht allein nach dem Namen verwechseln.

FAQ zu Zitronengräsern

Ist Zitronengras winterhart?

Nein, Zitronengras ist in Deutschland nicht zuverlässig winterhart. Die Pflanze wird vor dem Frost an einen hellen, frostfreien Platz geräumt. Im Winter wird deutlich sparsamer gegossen, weil das Wachstum bei niedrigen Temperaturen nachlässt. Erst im Frühjahr, nach der Gewöhnung an Licht und Wärme, kommt sie wieder dauerhaft ins Freie.

Wie oft muss Zitronengras gegossen werden?

Zitronengras wird gegossen, sobald die obere Substratschicht leicht abgetrocknet ist. Im Sommer kann im Kübel eine tägliche Kontrolle nötig sein, während im Winter deutlich weniger Wasser gebraucht wird. Vermeiden Sie sowohl völliges Austrocknen als auch Staunässe. Überschüssiges Wasser muss aus Topf und Untersetzer ablaufen können.

Kann man Zitronengras im Garten pflanzen?

Ja, Zitronengras kann im Sommer an einem warmen, sonnigen und windgeschützten Platz ins Beet gepflanzt werden. Der Boden sollte nährstoffreich, locker und gleichmäßig feucht, aber nicht nass sein. Vor dem ersten Frost wird die Pflanze wieder ausgegraben oder als Topfkultur ins Haus gebracht, da sie den deutschen Winter meist nicht übersteht.

Welcher Teil des Zitronengrases ist essbar?

Für die Küche werden vor allem die hellen, unteren Stängel des Echten Zitronengrases verwendet. Entfernen Sie die äußeren harten Blätter und schneiden Sie den aromatischen Teil fein oder lassen Sie einen ganzen Stängel mitkochen. Verwenden Sie nur Pflanzen, die als Küchen- oder Gewürzpflanzen vorgesehen sind, und beachten Sie die Hinweise des Anbieters.

Wie erntet man Zitronengras?

Zitronengras wird geerntet, indem einzelne kräftige Stängel sauber am unteren Ende herausgeschnitten oder herausgedreht werden. Lassen Sie den übrigen Horst stehen, damit er weiterwachsen kann. Die Ernte ist während der warmen Wachstumszeit möglich. Beschädigte Blätter werden mit einer sauberen Schere entfernt, ohne den Wurzelbereich unnötig zu stören.

Hilft Zitronengras gegen Mücken?

Zitronengras und Citronella enthalten Duftstoffe, die auf manche Insekten abschreckend wirken können. Eine Pflanze oder Duftkerze bietet jedoch keinen verlässlichen Schutz vor Mückenstichen. Für Aufenthalte im Freien sollten Sie zusätzlich bewährte Schutzmaßnahmen beachten. Duftöle gehören nicht unverdünnt auf die Haut; beachten Sie immer die Produktangaben.

Wie überwintert Zitronengras im Topf?

Stellen Sie den Topf vor dem Frost an einen hellen, frostfreien und möglichst nicht zu warmen Platz. Gießen Sie nur so viel, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet, und düngen Sie im Winter nicht. Entfernen Sie abgestorbene Blätter und kontrollieren Sie gelegentlich auf Spinnmilben. Im Frühjahr wird die Pflanze schrittweise wieder an draußen gewöhnt.

Foto: Henna, Creative Commons 2.0 US-amerikanisch Unported · Henna, Creative Commons 2.0 US-amerikanisch Unported


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