Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa): Standort, Pflege & Verwendung

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Die Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) ist ein heimisches, horstbildendes Ziergras für frische bis feuchte Böden. Ihre filigranen Blütenrispen bewegen sich im Wind und bleiben oft bis in den Winter attraktiv. Im Garten eignet sie sich für naturnahe Pflanzungen, Teichränder und halbschattige Staudenbeete, sofern der Boden nicht vollständig austrocknet.

Standort und Boden richtig wählen

Beobachten Sie zunächst Licht, Bodenfeuchte, Wind und Platzangebot. Viele Pflanzen entwickeln sich nur dann sortentypisch, wenn ihre natürlichen Bedingungen möglichst gut nachgebildet werden. Ein durchlässiger Boden schützt vor Wurzelfäule; zugleich darf frisch gepflanztes Material nicht austrocknen. Lockern Sie verdichtete Erde und arbeiten Sie nur so viel Kompost ein, wie die Art verträgt.

Pflanzen, gießen und düngen

  1. Wurzelballen vor dem Pflanzen gründlich wässern.
  2. Pflanze auf gleicher Höhe wie im Topf einsetzen.
  3. Erde andrücken und einmal durchdringend angießen.
  4. In den ersten Wochen gleichmäßig feucht halten.
  5. Später nur bei Trockenheit gießen und Staunässe vermeiden.
  6. Dünger sparsam und passend zur Art einsetzen.

Gießen Sie vorzugsweise morgens direkt auf den Boden. Eine dicke Mulchschicht am Pflanzenansatz kann die Luftzirkulation behindern; mineralischer Mulch ist für viele trockenheitsverträgliche Arten geeigneter. Im Kübel sind Abzugslöcher und ein leerer Untersetzer unverzichtbar.

Pflege im Jahreslauf

Im Frühjahr werden Frostschäden entfernt und der Austrieb kontrolliert. Während der Blüte helfen regelmäßiges Ausputzen oder ein maßvoller Rückschnitt, wenn die jeweilige Art dies verträgt. Im Herbst wird abgestorbenes Material nur dann vollständig entfernt, wenn es Krankheiten birgt; stehen gelassene Samenstände können Tieren Nahrung bieten. Wintermaßnahmen richten sich nach Art, Standort und regionalem Frost.

Vermehrung und typische Fehler

Teilung, Stecklinge oder Aussaat sind je nach Pflanze möglich. Sorten bleiben durch vegetative Vermehrung zuverlässig erhalten. Häufige Fehler sind ein zu schattiger Standort, übermäßiges Düngen, dauerhaft nasse Erde und ein Schnitt zur falschen Zeit. Prüfen Sie bei schlechtem Wuchs zuerst die Kulturbedingungen, bevor Sie Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Checkliste

  • Standortansprüche der Art prüfen.
  • Wasserabzug sicherstellen.
  • Jungpflanzen regelmäßig, etablierte Pflanzen bedarfsgerecht gießen.
  • Werkzeug vor dem Schnitt reinigen.
  • Winter- und Kübelpflanzen vor Dauernässe schützen.

Häufige Fragen

Wie oft muss man gießen?

Das hängt von Wetter, Boden und Pflanzengröße ab. Entscheidend ist eine durchdringende Wassergabe mit anschließender Abtrocknungsphase.

Wann ist der beste Pflanzzeitpunkt?

Für Containerpflanzen sind Frühjahr und früher Herbst meist günstig, sofern der Boden frostfrei und nicht vernässt ist.

Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa): Standort, Pflege & Verwendung Gräser und Farne Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa): Standort, Pflege & Verwendung Gräser und Farne Die Rasen-Schmiele Deschampsia cespitosa ist ein in Europa, Nordamerika, Afrika und in Nord- und Westasien weit verbreitetes Süßgras, das von der Tiefebene bis in Höhenlagen von mehr als 2.500m ü. NN vorkommt. Es gibt 8 Unterarten mit regional unterschiedlicher Verbreitung. Entsprechend formenreich und variable ist die Rasen-Schmiele. Es besiedelt vor allem nasse Weisen, feuchte Wälder, Sickerwasserbereiche und Quellhorizonte, wo es mit seinen langen Wurzeln das Quell- und Grundwasser erreichen kann. Es wächst auf feuchten bis wechselnassen und leicht sauren Böden. Es wird auch wegen seiner scharfkantigen Blattränder Schneidegras genannt und wird deshalb auch vom Weidevieh als Futterpflanze gemieden. Die Rasen-Schmiele ist ein mehrjähriges Süßgras, das dichte Horste bildet, die bis zu 2m in die Höhe wachsen können. Es bildet viele, steife, aber dünne Halmen, die ein bis drei knoten und eine glatte Oberfläche haben.

Die Rückseite der Blattscheide ist andeutungsweise gekielt.

Das Blatthäutchen, die sogenannte Ligula, ist sehr schmal, aber bis zu 1,5cm lang. Die Blattspreiten sind flach und spitz zulaufende, auf der Blattoberseite sind scharf gekielte, deutlich hervor vertretende Längsrippen zu erkennen. Diese Blattspreiten sind etwa einen halben Zentimeter breit, können aber bis zu 60cm lang werden. Bei länger anhaltender Trockenheit rollen sich die Blattspreiten zusammen. Die pyramidenförmig schmale Rispe ist mit 50cm sehr groß, grünlich bis golden-silbrig schimmernd. Die Rispenäste wirken sehr zerbrechlich und dünn. Die unteren Rispenäste sind in Wirteln zu jeweils 2 bis 4 angeordnet, die oberen Rispenäste stehen dagegen einzeln. Die Blütenährchen sind schmal und nur wenig mehr als einen halben Zentimeter lang.

Die Blütezeit fällt – je nach Höhenlage und klimatischen Rahmenbedingungen – in die Monate Juni bis September.

Die Rasen-Schmiele hat lang, tief reichende Wurzeln und ist daher hervorragend geeignet zur Standortsicherung von vernässten Hängen, Quellhorizonten und Böschungen, die in Gefahr sind abzurutschen. Die großen, auffallenden Blütenstände werden gerne als Bestandteil von Trockensträußen genutzt. Die Rasen-Schmiele kommt als Ziergras an schattigen Plätzen unter Bäumen in größeren Gärten und Parkanlagen besonders gut zur Geltung. Man bekommt es als kleine Stauden im Gartenfachhandel. Es benötigt einen halbschattigen Standort mit einem feuchten und frischen, nährstoffreichen, aber kalkarmen Boden. Man pflanzt es am besten in einer kleinen Gruppe mit einem Pflanzabstand von jeweils etwa 50cm. Es ist auch für den Rand eines Sumpfbeetes oder direkt am Ufer des Gartenteiches gut geeignet. Um Selbstaussaat und unkontrollierte Ausbreitung zu vermeiden, sollte man die Blütenstände noch vor der Samenreife entfernen.

Foto:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ruwe_smele_bloeiend_Deschampsia_cespitosa.jpg?uselang=de
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https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deschampsia_cespitosa_ligula.jpeg?uselang=de
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Rasen-Schmiele im naturnahen Garten

Die Rasen-Schmiele verbindet Struktur und Bewegung. Ihre Rispen fangen Gegenlicht ein und bieten im Herbst Samenstände, die bis in den Winter stehen bleiben können. Schneiden Sie das Gras deshalb erst im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr bodennah zurück. Tragen Sie dabei Handschuhe, denn die trockenen Blätter können scharfkantig sein. Teilen Sie große Horste im Frühjahr, wenn die jungen Triebe sichtbar werden und der Boden bearbeitbar ist.

Im Beet lässt sich Deschampsia cespitosa mit Frauenmantel, Funkien, Sumpf-Schwertlilien, Wiesenknöterich und anderen Pflanzen für frische Böden kombinieren. In sonniger Lage braucht sie mehr Wasser als im Halbschatten. Eine dünne Kompostgabe im Frühjahr genügt; starkes Düngen führt zu weichem, lagerndem Wuchs. Entfernen Sie Selbstaussaat nur, wenn sie an der gewünschten Stelle stört. Für Kübel ist die Art nur geeignet, wenn das Gefäß auch im Sommer gleichmäßig feucht gehalten werden kann.

Pflegecheck für dauerhaft frische Standorte

Beobachten Sie die Bodenfeuchte besonders nach längeren Hitzeperioden. Hängt das Laub schlaff, wird langsam und tief gegossen. Staunässe erkennen Sie an dauerhaft nassem Boden, gelblichen Halmen und muffigem Geruch; dann muss der Standort verbessert werden. Eine jährliche Kontrolle der Horstmitte zeigt, ob die Pflanze noch kräftig austreibt. Entfernen Sie abgestorbene Halme erst vor dem Neuaustrieb, damit überwinternde Insekten möglichst lange Schutz finden.

So bleibt der Horst standfest, gesund und über viele Jahre dekorativ.


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