Karnivore

Karnivore K wie Kerze Als Karnivore werden sämtliche Lebewesen und im Speziellen auch Pflanzen bezeichnet, die einen Teil ihrer Nährstoffe über den Verzehr von Fleisch aufnehmen. Was bei Menschen und vielen Säugetieren üblich ist, stellt bei Pflanzen aufgrund des fehlenden Mundes, der Unmöglichkeit der Verfolgung von Beute sowie einem nicht mit dem Menschen vergleichbaren Verdauungssystem eine besondere Herausforderung dar. Die Verdauung bei karnivoren Pflanzen erfolgt nach der Gefangennahme des Beutetieres durch das Zusetzen von Säuren, die das Tier langsam zersetzen und verwertbare Bestandteil in das Innere der Pflanzen weiterleiten. Zu den Beutetieren der Karnivoren zählen vor allem kleinere Insekten wie Mücken oder Fliegen, je nach Fangstrategien können sich jedoch auch größere Lebewesen und selbst kleine Vögel in einer Karnivoren verfangen und dieser zum Opfer fallen. Die bekannteste Karnivore des Pflanzenreiches ist die Venusfliegenfalle, die über paarweise angeordnete Fangblätter verfügt. Landet ein Insekt auf diesen Blättern und berührt die empfindlichen Sinneshaare der Pflanze, schließt sich das Blätterpaar wie eine Muschel und nimmt das Tier gefangen. Andere Karnivoren sind kelchförmig geformt und machen es eingedrungenen Tieren über glatte Außenwände nicht möglich, den Kelch wieder zu verlassen. Eine ergänzende Nährstoffversorgung der Karnivoren über das Wurzelwerk ist zwar üblich, spielt jedoch eher eine sekundäre Rolle.

Karnivore Pflanzen

Karnivore Pflanzen fangen und verdauen kleine Tiere, meist Insekten, um nährstoffarme Standorte zu ergänzen. Zu ihnen gehören unter anderem Venusfliegenfallen, Sonnentau, Fettkraut und Schlauchpflanzen. Die Fangmechanismen reichen von Klappfallen über Klebeflächen bis zu Fallgruben.

Fachliche Einordnung und praktische Anwendung

Viele Arten benötigen spezielles, nährstoffarmes Substrat und kalkarmes Wasser, häufig Regenwasser. Normale Blumenerde, Dünger und hartes Leitungswasser können die Wurzeln schädigen. Die Ansprüche unterscheiden sich: Sarracenia und manche Drosera sind wintertauglicher, Nepenthes brauchen warme, feuchte Bedingungen. Art und Herkunft sind für die Pflege entscheidend.

Häufige Fragen

Brauchen Karnivoren Dünger?

In der Regel wird nicht mit gewöhnlichem Pflanzendünger gedüngt, weil die Wurzeln an nährstoffarme Substrate angepasst sind. Die Pflanze gewinnt zusätzliche Nährstoffe über Beute. Eine Überdüngung kann schwere Wurzelschäden verursachen.

Welches Wasser ist geeignet?

Meist wird kalkarmes Regenwasser oder geeignetes destilliertes beziehungsweise vollentsalztes Wasser verwendet. Hartes Leitungswasser kann Mineralien anreichern, die empfindliche Arten schädigen. Die konkrete Wasserqualität sollte zur Pflanzenart passen.

Kann man sie in Blumenerde pflanzen?

Nein, normale Blumenerde ist meist zu nährstoffreich und oft ungeeignet zusammengesetzt. Verwenden wird spezielles Substrat für Karnivoren. Auch Kompost und Dünger gehören nicht in den Wurzelbereich.

Sind alle Karnivoren winterhart?

Nein. Einige Arten können draußen überwintern, tropische Arten benötigen dagegen frostfreie, warme Bedingungen. Das Etikett und die Herkunft geben wichtige Hinweise. Eine einheitliche Pflege für alle Karnivoren wäre falsch.


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