Flechten

Flechten F wie Farbdreiklang Flechten ist eine Sammelbezeichnung für eine auf Symbiose ausgelegte Lebensweise von Pilzen und anderen Lebensformen des natürlichen Umfelds. Die bekannteste Form von Flechten entsteht hierbei auf Bäumen, selbst verschiedene Speisepilze gedeihen ausschließlich auf diese Weise und stellen so den Inbegriff von Flechten hierzulande dar. Sämtliche Flechten pflegen eine epiphytische Lebensweise, gedeihen also nicht alleine auf dem Erdboden sondern auf einer anderen Pflanze, allerdings liegt nicht bei allen Epiphyten stets eine symbiotische Lebensweise vor, wie sie Pilzflechten zum Überleben benötigen. Verglichen mit anderen Pflanzen verfügen Flechten über keinerlei klassisches Wurzelwerk, wodurch sie nicht in der Lage sind, ihren Wasserhaushalt zu regulieren oder Nährstoffe in bekannter Weise aufzunehmen. Flechten selbst produzieren eine Vielzahl von sogenannten Flechtenstoffen, die von Proteinen bis zu klassischen Vitaminen reichen – hierdurch leisten Flechten ihren symbiotischen Beitrag für die Pflanze, auf der sie sich angesiedelt haben und für die so die Versorgung von Nährstoffen verbessert wird. Auch umgekehrt findet die Abgabe von Nährstoffen statt, wodurch das Gedeihen und die Ausdehnung entlang ihres Trägers erfolgen kann.

Flechten in der Floristik

Flechten bezeichnet das regelmäßige Verkreuzen biegsamer Materialien zu einer flächigen oder räumlichen Struktur. In der Floristik entstehen daraus beispielsweise Kränze, Körbe, Unterlagen und dekorative Gerüste.

Einordnung und praktische Anwendung

Je nach Material werden Weidenruten, Gräser, Rattan, Bast, Bänder oder Draht verwendet. Beim Flechten wechseln sich die Stränge kontrolliert ab; das unterscheidet die Technik vom einfachen Wickeln und vom mehrsträngigen Zopfen. Feuchtes Naturmaterial lässt sich meist leichter formen. Die Konstruktion muss so stabil sein, dass sie Blumen, Steckmasse oder Dekoration trägt, ohne Stiele zu quetschen.

Häufige Fragen

Welche Materialien eignen sich?

Geeignet sind biegsame, gleichmäßig starke Materialien wie Weide, Bast, Gräser, Peddigrohr, Papierstreifen oder dünner Draht. Die Wahl richtet sich nach Form, Tragkraft, Feuchtigkeit und gewünschter Oberfläche. Spröde Zweige sollten vor dem Arbeiten geprüft und gegebenenfalls kurz angefeuchtet werden.

Worin liegt der Unterschied zum Wickeln?

Beim Flechten werden mehrere Stränge abwechselnd über- und untereinander geführt. Beim Wickeln wird ein einzelner Strang fortlaufend um einen Träger gelegt. Flechten erzeugt dadurch eine geschlossene, rhythmische Struktur, Wickeln eher eine lineare Umhüllung oder Fixierung.

Kann man geflochtene Werkstücke befeuchten?

Das hängt vom Material ab. Frische Weide und viele Gräser vertragen Feuchtigkeit, während Papier, Textilien und manche beschichtete Drähte empfindlich reagieren. Bei Werkstücken mit Steckmasse sollte Wasser gezielt eingebracht werden, damit die Flechtstruktur nicht dauerhaft durchnässt.

Wie wird ein Ende gesichert?

Enden werden zwischen den Strängen zurückgeführt, umgelegt oder mit unauffälligem Draht fixiert. Überstehende Spitzen sollten sauber gekürzt und auf scharfe Kanten geprüft werden. Bei Arbeiten für Kinder, Veranstaltungen oder Verkaufsräume ist eine sichere, verletzungsarme Oberfläche besonders wichtig.


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