Bewässerungssystem
Unter einem Bewässerungssystem wird eine Einrichtung verstanden, die entweder in professionell unterhaltenen Beeten oder im privaten Bereich für eine gezielte Bewässerung aller vorhandenen Pflanzen sorgen soll. Wie es der Begriff System bereits andeutet, soll auf abgestimmte Weise ein permanentes, manuelles Gießen von Hand überflüssig gemacht werden. Viele Prozesse in einem Bewässerungssystem laufen daher halbautomatisch oder sogar vollends automatisch ab. Besonders wichtig ist ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem im Umfeld der Floristik, vor allem bei Großhändlern mit einer Vielzahl an Lagerhallen voller Blumen und anderer Pflanzen. Da es hier unmöglich ist, sämtliche Pflanzen von Hand zu gießen, übernehmen heutzutage computergesteuerte Anlagen diese Aufgabe. Abhängig von einer Zeitschaltuhr oder angepasst an die sonstigen, klimatischen Verhältnisse in der freien Natur oder einem Gewächshaus, findet das Bewässern der Pflanzen über Düsen und Kanäle statt, die ein optimales Lebensumfeld für sämtliche Pflanzenarten gewährleisten sollen. Auch in privaten Gärten können sich Liebhaber von Blumen und anderen Pflanzen heutzutage ein kompaktes Bewässerungssystem legen lassen, um so nicht selbst permanent das Gießen der Gewächse übernehmen zu müssen. Auch für Blumenkästen und einzelne Topfpflanzen können technische Hilfsmittel dafür sorgen, dass der optimale Zeitpunkt für das nächste Gießen angezeigt wird. In diesem Zusammenhang wird jedoch seltener von einem echten Bewässerungssystem gesprochen.
Aufbau und Funktionsweise
Ein Bewässerungssystem führt Wasser gezielt zu Pflanzen, Beeten, Kästen oder Gewächsen im Gewächshaus. Es kann aus Wasserquelle, Leitungen, Tropfern, Sprühern, Ventilen, Filtern und einer Steuerung bestehen. Die Ausführung richtet sich nach Pflanzengruppe, Standort, Gefäßgröße, Wasserdruck und gewünschter Bewässerungsmenge. Eine regelmäßige Kontrolle bleibt auch bei automatischer Steuerung notwendig.
Planung und Pflege
Vor der Installation wird der Wasserbedarf der Pflanzen ermittelt und die Leitungsführung so geplant, dass alle Bereiche gleichmäßig versorgt werden. Tropfbewässerung bringt Wasser gezielt an den Wurzelbereich, während Sprüher eine größere Fläche benetzen. Filter, Düsen und Tropfer werden auf Verstopfungen geprüft. Beschädigte Leitungen und undichte Verbindungen werden zeitnah repariert.
Wasserbedarf kontrollieren
Ein Bewässerungssystem darf nicht nach einem starren Zeitplan betrieben werden, wenn Wetter, Substrat oder Pflanzenbedarf stark schwanken. Sensoren für Bodenfeuchte oder Niederschlag können die Steuerung unterstützen. Nach der Einrichtung wird die Feuchtigkeit im Wurzelbereich kontrolliert. Staunässe, dauerhaft nasse Blätter und trockene Randbereiche weisen auf eine falsche Einstellung oder ungleichmäßige Verteilung hin.
Häufige Fragen zum Bewässerungssystem
Was ist ein Bewässerungssystem?
Ein Bewässerungssystem ist eine technische oder einfache organisatorische Lösung, die Pflanzen kontrolliert mit Wasser versorgt. Es kann aus einer kleinen Tropfleitung für Balkonkästen oder aus einer umfangreichen Anlage für Gewächshaus und Garten bestehen. Ziel ist eine bedarfsgerechte Verteilung. Die Anlage ersetzt nicht die Kontrolle von Pflanzen, Substrat und Leitungen.
Welche Bewässerung eignet sich für Balkonkästen?
Für Balkonkästen eignen sich je nach Größe Tropfschläuche, Einzeltropfer oder einfache Vorratsbehälter. Wichtig sind ein sicherer Stand, passende Tropfmengen und ein Abfluss überschüssigen Wassers. Stark sonnen- oder windexponierte Kästen trocknen schneller. Vor der Abwesenheit wird die Anlage mehrere Tage getestet, damit Fehlmengen und Leckagen rechtzeitig auffallen.
Was ist besser: Tropfbewässerung oder Sprüher?
Tropfbewässerung gibt Wasser überwiegend am Substrat und Wurzelbereich ab und kann Verdunstungsverluste reduzieren. Sprüher verteilen Wasser über eine größere Fläche, benetzen aber auch Blätter und Wege. Für empfindliche Pflanzen oder pilzgefährdete Bestände ist die Ausführung besonders sorgfältig zu wählen. Ausschlaggebend sind Pflanzengruppe, Fläche, Klima und Wasserbedarf.
Wie oft muss ein Bewässerungssystem laufen?
Die Laufzeit hängt von Pflanze, Substrat, Gefäß, Temperatur, Licht, Wind und Systemleistung ab. Ein fester Zeitwert passt deshalb nicht für jede Anlage. Die Feuchtigkeit wird im Wurzelbereich kontrolliert und die Laufzeit schrittweise angepasst. Nach Regen oder bei kühler Witterung wird weniger bewässert, bei Hitze kann mehr erforderlich sein.
Wie verhindert man Staunässe?
Staunässe wird durch Abzugslöcher, geeignete Gefäße, durchlässiges Substrat und eine bedarfsgerechte Wassermenge vermieden. Tropfer werden nicht direkt an den Stamm empfindlicher Pflanzen gesetzt. Untersetzer und Sammelbereiche werden kontrolliert. Wenn Wasser lange stehen bleibt oder das Substrat dauerhaft nass ist, werden Laufzeit, Tropfmenge und Entwässerung überprüft.
Wie wird ein Bewässerungssystem gepflegt?
Leitungen, Filter, Düsen, Tropfer und Anschlüsse werden regelmäßig auf Ablagerungen, Verstopfungen und Undichtigkeiten geprüft. Vor Frost werden wasserführende Teile nach Herstellerangabe entleert oder geschützt. Die Steuerung und Batterien werden kontrolliert. Nach Änderungen am Bestand wird die Verteilung erneut getestet, weil größere Pflanzen und neue Gefäße den Wasserbedarf verändern.



















